Anwendungsorientierte Ausbildung in der Psychotherapie im Sinne der Versorgungssicherheit auch an Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften ermöglichen!
Mit großer Verwunderung wurde von den Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zur Kenntnis genommen, dass in der aktuellen Regierungsvorlage zum Psychotherapiegesetz Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften als anbietende Institutionen nach Zusage wieder herausgestrichen wurden. Das löst große Irritationen aus. Denn es ist klar: Jedes zusätzliche Studienangebot stellt einen Gewinn für die Versorgungssicherheit der österreichischen Bevölkerung mit psychotherapeutischen Angeboten dar. Vor allem in Regionen, die über keine Universität verfügen, ist es unerlässlich und notwendig Psychotherapiestudien an den Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zu verankern.
An den Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften werden Studien angeboten, wie beispielsweise Musiktherapie, Soziale Arbeit und der gesamte Bereich der Gesundheitswissenschaften, deren Absolvent:innen über die Voraussetzung für die Psychotherapieausbildung unter Anerkennung ihres Abschlusses verfügen. Vor diesem Hintergrund ist es politisch nicht nachvollziehbar, warum diese Menschen ihre Hochschule und gegebenenfalls ihr Bundesland verlassen müssen, um die Ausbildung zu absolvieren.
Die Corona-Pandemie hat vor allem unter Kindern und Jugendlichen zu einem hohen Bedarf an psychotherapeutischen Angeboten geführt. Hier müssen dringend Angebote in jedem Bundesland geschaffen werden. Denn die psychische Gesundheit der Menschen darf keinesfalls davon abhängen, ob eine Universität vor Ort ist oder nicht“, so die Präsidentin der Österreichischen Fachhochschul-Konferenz (FHK) Ulrike Prommer.
Bezugnehmend auf den Begutachtungsprozess führt Prommer aus: „Im Vorfeld der Regierungsvorlage wurden von der FHK mit allen beteiligten Ministerien Gespräche geführt. Der Berufsverband der Psychotherapeut:innen hat das Anliegen der Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften unterstützt und auch die Bundesländer haben ein Angebot an Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften gefordert. Es ist daher völlig unbegreiflich, warum aus dem im Begutachtungsprozess abgestimmten Entwurf die Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften als Anbieter der Psychotherapiestudien wieder herausgenommen wurden.“
Die FHK appelliert daher dringend an Herrn Bundesminister Rauch, im aktuellen Gesetzesvorhaben die Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Sinne eines flächendeckenden Angebots an Psychotherapeutinnen wieder aufzunehmen.