Fachhochschulen, die Corona-Krise und ihre Folgen

Die Österreichischen Fachhochschulen haben alles in ihrer Macht Stehende unternommen, um ihren Studierenden ein möglichst reibungsloses und fristgerechtes Studieren zu ermöglichen. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Online-Betrieb hochgefahren. Die beträchtlichen Zusatzkosten dieser Umstellung wurden und werden nicht abgegolten und verschärfen die ohnehin schon angespannte finanzielle Situation der Fachhochschulen spürbar. So forderten die Fachhochschulen schon vor Eintreten der Corona-Krise eine dringend notwendige 10 prozentige Erhöhung der Fördersätze pro Studienplatz. Der Wissenschaftsminister signalisierte schon damals Verständnis ob der Dringlichkeit der FH-Anliegen und verwies auf das Budgetjahr 2021. Doch dann kam die Krise: Zusatzkosten wohin das Auge blickt, Einnahmenausfälle im Bereich der Forschung (viele Absagen in der Auftragsforschung) und in der Weiterbildung sind die Folge. Das ganze Ausmaß der Ausfälle allein in diesem Semester ist noch gar nicht abzuschätzen.

„Zu all den finanziellen Schwierigkeiten der Gegenwart kommt jetzt auch noch die Unsicherheit betreffend das nächste Studienjahr hinzu“, so FHK-Präsident Ribitsch. Es seien schon Bewerberrückgänge einzelnen Studienbereichen feststellbar. Das läge zu einem an der lang unklaren Situation, wie es mit der Matura weitergehen wird und zum anderen an den unterschiedlichen Ausrichtungen der einzelnen Studiengänge. Außerdem hat die mediale Botschaft, „Die Hochschulen sind geschlossen“ vielen Bewerberinnen einen falschen Eindruck vermittelt.

„Da die Fachhochschulen pro belegtem Studienplatz finanziert werden, zeichnet sich auch hier eine dramatische Entwicklung ab.“ warnt Ribitsch eindringlich.

Die Fachhochschulen haben schon zu Beginn der Krise mit dem Wissenschaftsminister Kontakt aufgenommen und um Unterstützung gebeten. Dabei wurden viele Punkte eingebracht, die das Arbeiten in der Krise wesentlich hätten erleichtern können, jedoch wurde lediglich in den unwesentlichsten Punkten den Anliegen der Fachhochschulen entsprochen. Bei den wichtigen Finanzierungsfragen und den notwendigen administrativen Erleichterungen signalisierte er keinerlei Unterstützung und blieb unverbindlich.

„Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem Schönreden und Vertrösten nicht mehr hingenommen werden können!

Aus diesem Grund fordern die Fachhochschulen die Bundesregierung und speziell den Wissenschaftsminister auf, folgende Punkte zeitnah umzusetzen:

1.Anhebung der Fördersätze pro Studienplatz um 10 Prozent ab dem 1.1.2021

2.Sicherstellung, dass den Fachhochschulen keine zusätzlichen Mindereinnahmen durch das krisenbedingte Zurückgehen von Bewerber*innenzahlen im nächsten Studienjahr entstehen. 2021 müssen die akkreditierten Normstudienplätze finanziert werden.

3.Minimierung bürokratischer Erschwernisse im Bereich der Akkreditierung und im Berichtswesen (wie zum Beispiel bei der Erstellung des Jahresberichts an die AQ Austria)

Die Fachhochschulen mit ihren insgesamt rund 250.000 Studierenden, Lehrenden, Forschenden und Absolvent*innen leisten einen wertvollen und überlebenswichtigen Beitrag in Zeiten der Krise. Wir bilden nicht nur das so dringend benötigte gesundheitswissenschaftliche Personal aus, sondern liefern in beinahe allen wissenschaftlichen Bereichen wertvolle Beiträge zur Überwindung der Krise. Um das auch zukünftig tun zu können, bedarf es jetzt sofort des Handelns der Bundesregierung!“, so Ribitsch abschließend.



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